kleine Rispentmate

“verbotenes Gemüse” ein Fernsehbeitrag von Jean Boué

Gedanken zu diesem Beitrag

  • für alle die die Sendung verpasst haben, dies aber gerne nachholen würden: die Dokumentation kann man in der ARD Mediathek oder beim NDR kostenlos nachschauen.
  • wenn Sie die Sendung gesehen haben, können Sie feststellen, wir gehören auch zu diesen Gesetzesbrechern und zu den Verfechtern des Grundsatzes “altes Saatgut ist Kulturerbe und gehört allen”.  Auch wir machen uns permanent strafbar mit unseren Aktionen.

    Weissbehaarte
    Tomatensorte gelber Pfirsich
  • Leider wurde in der Sendung zu wenig Gewicht auf die Tatsache gelegt, wie gross diese Saatgutgoldgrube in Zahlen ausgedrückt eigentlich ist und wie wenige grosse Konzerne sich diesen Kuchen teilen. Diese Lobby hat ein riesiges Interesse, dass alles so bleibt wie es ist und auch eine riesige Macht dieses Ansinnen durchzusetzen.
  • es war direkt rührend zu hören, wie sich der Geschäftsführer von Europlant als Retter der Welternährung sieht und wie der Staatssekretär vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung sich in Platitüden verstrickt, um sich zu guter Letzt so richtig zu blamieren. Ein Beispiel: “Züchtung ist eine der
    alte Kartoffelsorte
    Mecklenburger Schecken

    Zukunftstechnologien schlechthin”, wir glauben Herrn Bleser ist entgangen, dass das, zugegeben für die Menschheit wichtige Vorgehen der züchterischen Bearbeitung von Tieren und Pflanzen, seit dem partiell Sesshaftwerden der Menschen existiert. Vielleicht wollte Herr Bleser damit aber auch nur die tatsächlich neuere Technik der Genmanipulation im Labor ansprechen, die wir keinesfalls bereit sind zu akzeptieren und die wir nicht als die zukunftweisende Technik schlechthin bezeichnen würden.

Abschliessend halten wir folgendes fest:

wie Karsten Ellenberg es formuliert: lassen wir doch Produzenten, Bauern, Hobbygärtner und Konsumenten selbst bestimmen was sie anbauen, verkaufen und konsumieren möchten, dazu brauchen wir das Diktat des Bundessortenamtes nicht. Dass Neuzüchtungen einen gewissen Schutz brauchen ist nachvollziehbar, es ist aber nicht schlüssig, dass nur und nur solche Sorten angebaut werden dürfen. Es gibt bereits Unmengen von Kartoffelsorten, die alle modernen Kriterien erfüllen, also bräuchten wir theoretisch keine neuen mehr, aber nach 30 Jahren fällt der Sortenschutz weg und somit auch die lukrativen Saatguteinnahmen. Das Interesse erlischt automatisch an dieser Züchtung, weil kein Geld mehr zu verdienen ist und das ist genau der Punkt. Das Thema liesse sich noch weiter vertiefen: dass z.B. Züchtungen, die hier etwas taugen, nicht vorbehaltlos anderswo eingesetzt werden können, warum ein grosser Prozentsatz der in Deutschland verkauften Kartoffeln aus Israel und Ägypten stammt, wo Wasser kostbar ist und dafür fossile Wasserreserven geplündert werden, warum in Deutschland immer weniger Kartoffeln angepflanzt werden, obwohl die Bedingungen ideal sind, dass das einziges Argument, das Neuzüchtungen rechtfertigt, Krankheitsresistenz oder zumindest -toleranz ist, aber genau dafür müssen wir wieder auf den Genpool, den uns alte Sorten bieten zurückgreifen können!!!!

Wir würden uns  wünschen, dass sich die Bürger der neuen Bundesländer für diese Problematik etwas mehr erwärmen könnten, es ist nämlich schade und nachgerade peinlich, das, im Vergleich zum Westen, fehlende Interesse hierzulande immer mit dem Osten und seiner Vergangenheit rechtfertigen zu müssen und Sprüche wie: “wer Broccoli isst schlägt Kinder”, “das haben wir noch nie so gemacht” und “wir haben unsere Harzfeuer, wir fangen nichts mehr Neues an”, sollten eigentlich auch schon längst der Vergangenheit angehören.

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