ein zu unrecht in Verruf geratenes Lebensmittel

Fett, ein Lebensmittel mit zweifelhaftem Ruf

Schon seit einiger Zeit brennt es mir unter den Nägeln, ein Buch  von Jennifer McLagan vorzustellen. Die Autorin,  in Australien geboren, lebt heute in Toronto und schreibt seit 30 Jahren u.a. für fine cooking und food & drink. Ursprünglich hatte sie sich an der Universität für Politik-und Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben, entschied sich dann aber für die Welt der Lebensmittel. Sie kochte in Toprestaurants, verfügt über ein immenses Wissen und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Schon lange bevor “from nose to tale” trendy wurde, schrieb sie eine Trilogie über die Verwertung eher unbeliebter tierischer Körperteile. Leider ist nur eines dieser Bücher in Deutsch erschienen, nämlich FETT Loblied auf eine verrufene Ingredienz. In diesem Buch setzt sich die Autorin mit geschichtlichen Tatsachen auseinander, z.B. wie wichtig und hoch im Kurs Fett früher stand und wie es im Verlaufe der Zeit nicht nur seinen Glanz verlor sondern auch seinen guten Ruf einbüsste. Sie beschreibt warum tierisches Fett in unserer Ernährung wichtig ist, räumt auf mit der Mär vom bösen Fett und erklärt die gesundheitlichen Aspekte; dies alles klar und wissenschaftlich begründet. Tolle Rezepte wechseln sich ab mit Informationen, Fakten und Anekdoten über Fett, da fehlen weder Foie gras oder Wagyu noch die Entstehung von Seife und Nitroglycerin, noch Fats Waller und der Mardi gras. Sie schreibt ebenso über die Rehabilitation der Butter wie über das Schweinefett, das sie als König unter den Fetten bezeichnet. Ein Buch, das  einen die unvergleichlichen Köstlichkeiten eines Stück Schwarzbrots mit Griebenschmalz bestrichen  und einer Prise Fleur de Sel oder einen Lardo di Colonnata einfach nur geniessen lässt ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu erzeugen.

Jennifer McLagan, ” Fett, Loblied auf eine verrufene Ingredienz”, Rotpunktverlag 2012

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