Archiv der Kategorie: Ernährung

Sommergemüse

Sommergemüse

Rouge de turquie
Aubergine, Wildform

Dank der Globalisierung und der ständigen „Optimierung“ von Handelsbeziehungen mit “aller Herren Länder”, haben wir das Gefühl für Jahreszeiten und somit für Saisonalität verloren. Wissen wir eigentlich noch welche Gemüse und Früchte wann wachsen und reif werden? Heutzutage bekommen wir alles und jedes, praktisch ohne Einschränkungen, das ganze Jahr über. Selbst die, bis anhin definitiv trüffelfreie Zeit, der Sommer, zumindest was die hochwertigen Pilzknollen angeht, hat heute keine Gültigkeit mehr. “Down under” macht es möglich, selbst darauf müssen Gourmets im Sommer nicht mehr verzichten. Dieser Umstand führt dazu, dass wir auch verlernt haben uns so richtig auf etwas zu freuen, z.B. die Spargel-oder Kirschensaison, auf Tomaten oder die ganz jungen frischen Kartöffelchen mit ihrer zarten noch kaum vorhandenen Schale. Weiterlesen

kleine Rispentmate

“verbotenes Gemüse” ein Fernsehbeitrag von Jean Boué

Gedanken zu diesem Beitrag

  • für alle die die Sendung verpasst haben, dies aber gerne nachholen würden: die Dokumentation kann man in der ARD Mediathek oder beim NDR kostenlos nachschauen.
  • wenn Sie die Sendung gesehen haben, können Sie feststellen, wir gehören auch zu diesen Gesetzesbrechern und zu den Verfechtern des Grundsatzes “altes Saatgut ist Kulturerbe und gehört allen”.  Auch wir machen uns permanent strafbar mit unseren Aktionen.

    Weissbehaarte
    Tomatensorte gelber Pfirsich
  • Leider wurde in der Sendung zu wenig Gewicht auf die Tatsache gelegt, wie gross diese Saatgutgoldgrube in Zahlen ausgedrückt eigentlich ist und wie wenige grosse Konzerne sich diesen Kuchen teilen. Diese Lobby hat ein riesiges Interesse, dass alles so bleibt wie es ist und auch eine riesige Macht dieses Ansinnen durchzusetzen.
  • es war direkt rührend zu hören, wie sich der Geschäftsführer von Europlant als Retter der Welternährung sieht und wie der Staatssekretär vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung sich in Platitüden verstrickt, um sich zu guter Letzt so richtig zu blamieren. Ein Beispiel: “Züchtung ist eine der
    alte Kartoffelsorte
    Mecklenburger Schecken

    Zukunftstechnologien schlechthin”, wir glauben Herrn Bleser ist entgangen, dass das, zugegeben für die Menschheit wichtige Vorgehen der züchterischen Bearbeitung von Tieren und Pflanzen, seit dem partiell Sesshaftwerden der Menschen existiert. Vielleicht wollte Herr Bleser damit aber auch nur die tatsächlich neuere Technik der Genmanipulation im Labor ansprechen, die wir keinesfalls bereit sind zu akzeptieren und die wir nicht als die zukunftweisende Technik schlechthin bezeichnen würden.

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ein zu unrecht in Verruf geratenes Lebensmittel

Fett, ein Lebensmittel mit zweifelhaftem Ruf

Schon seit einiger Zeit brennt es mir unter den Nägeln, ein Buch  von Jennifer McLagan vorzustellen. Die Autorin,  in Australien geboren, lebt heute in Toronto und schreibt seit 30 Jahren u.a. für fine cooking und food & drink. Ursprünglich hatte sie sich an der Universität für Politik-und Wirtschaftswissenschaften eingeschrieben, entschied sich dann aber für die Welt der Lebensmittel. Sie kochte in Toprestaurants, verfügt über ein immenses Wissen und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Schon lange bevor “from nose to tale” trendy wurde, schrieb sie eine Trilogie über die Verwertung eher unbeliebter tierischer Körperteile. Leider ist nur eines dieser Bücher in Deutsch erschienen, nämlich FETT Loblied auf eine verrufene Ingredienz. In diesem Buch setzt sich die Autorin mit geschichtlichen Tatsachen auseinander, z.B. wie wichtig und hoch im Kurs Fett früher stand und wie es im Verlaufe der Zeit nicht nur seinen Glanz verlor sondern auch seinen guten Ruf einbüsste. Sie beschreibt warum tierisches Fett in unserer Ernährung wichtig ist, räumt auf mit der Mär vom bösen Fett und erklärt die gesundheitlichen Aspekte; dies alles klar und wissenschaftlich begründet. Tolle Rezepte wechseln sich ab mit Informationen, Fakten und Anekdoten über Fett, da fehlen weder Foie gras oder Wagyu noch die Entstehung von Seife und Nitroglycerin, noch Fats Waller und der Mardi gras. Sie schreibt ebenso über die Rehabilitation der Butter wie über das Schweinefett, das sie als König unter den Fetten bezeichnet. Ein Buch, das  einen die unvergleichlichen Köstlichkeiten eines Stück Schwarzbrots mit Griebenschmalz bestrichen  und einer Prise Fleur de Sel oder einen Lardo di Colonnata einfach nur geniessen lässt ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu erzeugen.

Jennifer McLagan, ” Fett, Loblied auf eine verrufene Ingredienz”, Rotpunktverlag 2012

Dies ist kein Aprilscherz

MAGGI versus SOJASAUCE

Was hat in praktisch jeder deutschen Küche Daseinsberechtigung, ist aber schon lange verbannt aus den Sterneküchen und der gehobenen Gastronomie? Richtig, Maggi die Allerweltswürze, korrekterweise „Matschi“ ausgesprochen, denn der Erfinder war Julius Maggi, ein Schweizer, mit italienischen Wurzeln. Maggi ist Ausdruck profaner Küchenkunst, Sojasauce hingegen, gilt als Attribut ferner, exotischer und vornehmlich gesund geltender Küche. Weiterlesen