Für Gärtner ohne Garten

 „Wenn man ein Gewächs Unkraut nennt, zeigt sich darin die ganze Anmassung des Menschen“

Edmond Rostand (1868-1918, franz.Schriftsteller, Autor des “Cyrano de Bergerac”)

1950 wurde in Deutschland das Bundessortenamt gegründet, damit war die Aera der sukzessiven Schmälerung unserer Biodiversität eingeläutet. Was früher Allgemeingut war, wird zu Eigentum und patentfähig. Die Saatgutproduktion geht mehr und mehr in die Hände weniger Grosskonzerne über. Nicht zertifizierte Sorten dürfen nicht angebaut werden. Somit verlieren wir tausende alter Sorten. Neue Züchtungen erhalten ein Patent, das 25 Jahre gültig ist. In dieser Zeit kann damit richtig Geld verdient werden, da jeder, der gewerbsmässigen Anbau betreibt, verpflichtet ist, nur zertifiziertes Saatgut zu verwenden und das muss gekauft werden. Nach 25 Jahren wird die Sorte uninteressant und macht einer neuen Platz, mit der wieder Geld verdient werden kann. Besagte Grosskonzerne verkaufen mit dem Saatmaterial gleich noch die entsprechenden Herbizide und Pestizide mit dazu, ein Milliardengeschäft. Man kennt weltweit über 5000 Kartoffelsorten, davon sind 2000 registriert und trotzdem werden immer neue Sorten gezüchtet. Bis zur Zulassung einer neuen Kartoffelsorte vergehen etwa 10 Jahre und der Werdegang bis zum Patent kostet rund 1 000 000 Euro. Man kennt etwas mehr als 4000 Tomatensorten und noch einmal so viele namenlose nicht registrierte.

Die Zahl der Erdbeersorten geht in die tausende, trotzdem müssen wir uns mit einigen wenigen Sorten im Supermarkt begnügen und warum, die Transportwege sind immer länger geworden, die Früchte müssen dies erst mal überstehen. Sie werden zudem unreif gepflückt und künstlich nachgereift, wachsen in Gewächshäusern „hors sol“ . Mit allen Mitteln will man dem Konsumenten diese Entwicklung schmackhaft machen und ihn von ihrer Notwenigkeit überzeugen. Gleichzeitig wirbt man für das angeblich weite Feld, das uns die Gentechnik erschliessen soll, (wie z.B. für die “Flavr-Savr” oder den „Golden Rice“). Der Geschmack bleibt bei dieser Entwicklung auf der Strecke. Wo sind die wunderbaren Karotten geblieben, mit ihrem leicht süssen kräftigen Geschmack, wo die Erdbeeren, die beim Zubereiten die ganze Küche mit ihrem Duft erfüllten, wo die unvergleichlichen sonnengereiften Tomaten? Dies sind doch alles Gründe sich, auch wenn der Balkon nur klitzeklein ist, etwas von dieser vergessenen Vielfalt in die gute Küche zu holen.

6 Gründe gärtnerisch tätig zu werden

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Man muss nicht erst sterben um ins Paradies zu gelangen, solange man einen Garten (Balkon / Terrasse / Fensterbank) hat.

(persisches Sprichwort, von der Autorin ergänzt)

1. das Aroma von Selbstgezogenem ist unvergleichlich 2. Sie haben freie Sortenwahl, im Gegensatz zu kommerziellem Anbau 3. Sie bestimmen den Erntezeitpunkt, sie können in Ruhe reifen lassen 4. Die Herkunft ist Ihnen genaustens bekannt 5. Ihre Umgebung gewinnt durch die Begrünung und erfreut Ihre Nachbarn 6. Es macht einfach Spass!!!!

Beschränkter Platz, was nun?

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  • Natürlich braucht es für eine Selbstversorgung eine gewisse minimale Anbaufläche, aber selbst auf einem kleinen Balkon ist Platz für einen Tomatenstrauch oder Gewürze.
  • Wenn schon Abstriche gemacht werden müssen, beschränken Sie sich auf das, was Sie besonders mögen, was selten angeboten wird oder teuer ist, was besonders hübsch aussieht und auch noch essbar ist.
  • Ein absolutes „must“ sind wenigstens Kräuter und essbare Blüten

Nicht das winzigste Plätzchen steht zur Verfügung?

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Schliessen Sie sich einer Gemeinschaft an. In vielen Städten gibt es bereits Grundstücke, die gemeinsam bearbeitet werden, tun Sie sich mit ein paar Gleichgesinnten zusammen und pachten ein Grundstück oder einen Schrebergarten, sie werden es nicht bereuen!

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